Maklerauftrag – Mythen und Märchen

Nov 20, 2019Für Makler

Mythen und Märchen des Maklerauftrages

Der Maklerauftrag ist die Grundlage einer jeden Vermittlung. Es ist ein Dokument, welchem in der Praxis regelmäßig zu wenig Beachtung geschenkt wird.

Bei der Ausstattung des Büros, des Firmenwagens und dem Design der Website ist jeder Vermittler stets erpicht auf ein elegantes und professionelles Auftreten, bei dem Vertragswerk leider nicht immer.

Hierbei wird etwas wichtiges vergessen – die Verträge die ich als Vermittler nutze, um meinen Kunden Finanz- und/oder Versicherungsprodukte zu vermitteln, sind eines der wenigen Instrumente, welche mich tatsächlich schützen können oder die Haftung eingrenzen.

„Dann nehme ich einfach das Dokument vom Pool oder vom Kollegen und ändere die Adresszeile.“

Das ist ein Satz den ich in den vergangenen 7. Jahre so häufig gehört habe, dass ich beinahe den Glauben an die Vernunft verloren habe.

Jeder Versicherungsvermittler ist, auch wenn er es nicht immer auf den ersten Blick selbstreflektiert, einzigartig. Es ist das Zusammenspiel der Zielgruppe, dem Produktportfolio, der Beratungsform und –inhalten, der Software die genutzt wird, den Anbindungen an Pools und VU’s und einer unglaublich langen Liste von weiteren Möglichkeiten. Diese Einzigartigkeit sollte sich in den Verträge wiederfinden. Daher individualisiert und nehmt keine Muster meine Damen und Herren.

Ich schreibe nun seit über 7 Jahren Makleraufträge mit den entsprechenden Anlagen für Versicherungsvermittler und eines hat sich in den vergangenen Jahren nicht geändert, die Notwendigkeit einer Aufklärung der Vermittler.

Die fünf Mythen und Märchen

1.     Der Kunde kann den Maklerauftrag binnen 2 Wochen, 1 Monat oder zum Quartalsende kündigen.

Falsch – Der Maklerauftrag (Maklervertrag) ist eine Form der Beauftragung, welche an eine Vollmacht gebunden ist. Der Kunde kann diese Beauftragung jederzeit beenden und muss sich an keine Kündigungsfristen halten.

Umgekehrt jedoch hat der Vermittler, bei Kündigung des Maklerauftrages, eine Frist zu beachten, sodass der Kunde „genügend Zeit hat“ sich einen anderen „Sachwalter“ seiner Versicherungsverträge zu suchen.

2.     Wenn ich den Kunden kündigen möchte, so reicht es wenn ich ihm kurz ein Schreiben zukommen lasse und die Sache ist dann spätestens in ein paar Wochen erledigt.

Falsch – Natürlich Ihre einseitige Willenserklärung, den Vertrag zu kündigen, dem Kunden zuzugehen, allerdings endet hier nicht die Arbeit.

Der Pool und/oder Versicherer ist ebenfalls über das Ende der Betreuung zum Datum xy zu benachrichtigen. Weiter ist der Kunde darüber zu informieren, was mit seinen Daten weiter passiert, welche bei Ihnen als Vermittlerin/Vermittler gespeichert sind.

3.      Ich habe mit meinem Kunden keinen Maklerauftrag geschlossen, also kann er mich auch nicht in Haftung nehmen, wir haben ja keinen Vertrag.

Falsch – Auch ohne einen Maklerauftrag ist schriftlicher Form besteht, sofern Sie auf Wunsch von Person M/W/D tätig werden, ein zumindest mündlicher Vertrag. Hier gilt dann das Gesetz, wenn Sie nichts in Schrift- oder Textform vereinbart haben, was davon abweicht. Diese Form des Vertrages ist in den meisten Fällen sehr nachteilhaft für Sie als Vermittlerin/Vermittler/Divers, da Sie keine Regelungen betreffend Ihrer Pflichten, Tätigkeiten, Haftung und sonstigen Angelegenheiten, getroffen haben. Es kann Ihnen entsprechend negativ ausgelegt werden, sollte es zu einem Streitfall kommen.

4.     Ich bin ein Fuchs, daher habe ich die Verjährung vertraglich auf ein Jahr verkürzt.

Ja kann man so machen, wird allerdings meistens nicht klappen.

Die Regelverjährung beträgt, laut BGB, 3 Jahre. Diese Verjährung kann auf ein Jahr begrenzt werden, soweit auch richtig. Allerdings ist eine Verjährungsverkürzung nur gegenüber Unternehmern zulässig. Gegenüber Verbrauchern haben wir damit eine Klausel, welche einer gerichtlichen Überprüfung nicht standhalten wird.

5.      Ich ziehe mir alle Verträge des Neukunden in den Bestand, vereinbare aber, dass ich erst dafür hafte, wenn ich die geprüft habe.

Dies wird so, im Regelfall, auch nicht funktionieren. Sobald ich als Vermittler die Verträge in die Betreuung nehme, hafte ich gegenüber meinem Kunden. Es ist demnach angeraten genau zu Prüfen, bevor etwas in den eigenen Bestand genommen wird.

Das waren vorstehend nur ein paar kleine Themen, welche als Märchen und Mythen kursieren. Es gibt eine große Anzahl von Themen, welche eine genaue Abfrage des Vermittlers erfordern. 

Sie möchten sich erkundigen, ob die von Ihnen genutzten Vertragsdokumente aktuell sind und auf Ihre Vermittlertätigkeit passen? Kontaktieren Sie uns gerne, wir schauen uns gerne gemeinsam mit Ihnen die Dokumente an.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bartlomiej Zornik

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Bartlomiej Zornik

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